Neverending Story, ← Teil 2: Rätsel vom vergessenen Tag →
Sein Handy klingelt. Noch etwas verschlafen nuschelt er sein »Hallo« in den Hörer. Das Handy klingelt noch mal.
Verdammt, ich muss davor abheben, au, tut das weh im Ohr.
Also nimmt er das Handy vom Ohr, drückt abheben und das nächste »Hallo« kommt schon etwas wacher. – »Hallo, hier ist Lara.«
Schon wieder diese Lara. Woher hat sie bloß meine Nummer? Kann sie mich denn gar nicht in Ruhe lassen?
Sie will wissen, wie es ihm geht. »Geht schon«, lügt er. Dann redet sie weiter, und er mogelt sich mit ein paar ahas und jas durch das Gespräch. Lara springt umher und geht nicht chronisch im Tagesablauf vorwärts. Am Anfang meint sie, es war nett, wie sie so zusammengesessen sind. Er bekommt den Eindruck, dass es wohl eine Art Party gewesen sein muss. Dann erzählt sie, wie gruselig es ihr am Ende war. Ob es ihm denn genau so ging.
Es muss doch keine gewöhnliche Party gewesen sein.
Diesmal schafft er es noch sich vor der Antwort zu drücken.
Wenn sie doch bloß nicht so viel fragen würde, ich kann mich doch nicht erinnern! Und was ist das für eine Gruft-Party, von der sie die ganze Zeit spricht?
Dann fällt der Name Gustav. Bei ihm läuten alle Alarmglocken, die Haare stellen sich senkrecht und er bekommt eine Gänsehaut, doch er hat keine Ahnung warum. Ihm sagt der Name Gustav nichts. Schließlich, endlich erfährt er, wie er heimgekommen ist. Lara hat ihn mit ein paar Freunden nach Hause gebracht. Sie meint noch: »Es war doch eine gute Idee von Gustav, dass er verlangt hat, dass jeder ein Fenster offen lässt.«
Brrrr wieder dieser Name Gustav! Und somit wäre die Sache mit dem offenen Fenster auch geklärt, aber viele andere Fragen gibt es noch. Ich muss nachdenken!
Endlich schafft er es, sie abzuwimmeln und kann in sein sehnlichst erwartetes Bett zurück. Dennoch kann er nicht einschlafen. Die Gedanken kreisen in seinem Kopf.
Warum lag denn die Uhr auf dem Nachttisch? Anscheinend muss ich doch noch bei mir gewesen sein. Und vor allem: Was war an diesem Samstag? …
Vogelgezwitscher und ein Sonnenstrahl wecken ihn auf. Er schreckt sich, geht zum Fenster und schaut hinaus. Draußen riecht es nach frischem Regen, aber die Sonne hat gewonnen und scheint wieder aus einem klaren Himmel. Von seinem Schreibtisch leuchtet ihm matt der Monitor seines Computers entgegen. Er hatte ihn in der Nacht nach dem E-Mail checken nicht mehr ausgemacht, fällt ihm ein. Und auch alles andere: Das Gewitter, das offene Fenster, Lara und das Rätsel vom vergessenen Tag. Er beschließt, der Sache nach dem Frühstück auf den Grund zu gehen und zumindest herauszufinden, wer dieser Gustav sei. Der Schauer, der ihm bei dem Gedanken »Gustav« über den Rücken läuft, fühlt sich bei Sonnenschein schon gar nicht mehr so schlimm an.